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500. Geburtstag unseres ältesten Gewandes

Zur äußeren Feier des Patronatsfestes der Apostel Petrus und Pauls haben wir aus dem Diözesanmuseum das Scheidinger Peter-&-Paul-Gewand kommen lassen, das der Scheidinger Kirche gehört. Es wurde 1520 gewebt und ist seither ununterbrochen getragen worden. Somit zählt es zu den ältesten noch tragbaren Gewändern des Erzbistums, zuletzt wurde es an St. Peter und Paul im Juni 2011 in Scheidingen getragen. Nachweislich 1520 gestickt mit den Symbolen der Kirchenpatrone der Scheidinger Kirche, der es auch gehört, so führt es uns an die Geschichte unserer St. Peter & Paul-Gemeinde ran. Im 13. Jh. aus Büderich herausgewachsen und abgepfarrt, schauen wir auch auf 750 Jahre Geschichte zurück, mit all ihren Höhen und Tiefen. Dieses Gewand hat viele kommen und gehen gesehen, Höhe und Tiefen des Glaubens und der Weltgeschichte.

Unsere Theatergruppe am Kloster, die uns seit 2017 mit den Klosterkapriolen erfreuen, haben dazu eigens kleine Szenen einstudiert, die sie im Livestream am Sonntag um 10.45 Uhr sehen können: www.stmaria-welver.de

Dazu tauchen mit unserem Ort in Verbindung stehende Personen der Geschichte auf, die dieses Gewand erlebt haben. Angefangen von Dr. Martin Luther über General Tilly aus dem 30-jährigen Krieg, Napoleon, Bismarck bis hin zu Kardinal von Galen, der auf dem Pfarrgebiet gern Urlaub machte. Papst Pius VII erklärt, warum er 1821 unser Pfarrgebiet vom Bistum Köln, dem damals kleinen Hochstiftbistum Paderborn, zufügt um diese kleine Einheit zu stärken, die 100 Jahre später sogar Erzbistum werden sollte.

Was ist auf dem Gewand-Rücken zu sehen?

Im Zentrum die Hl. Dreifaltigkeit im Typus des Gnadenstuhles, zu Füßen eine anbetende Nonne mit Arnsberger Wappen, wohl die Stifterin aus der Familie der Grafen von Werl/Arnsberg. Daneben rechts und links der Auferstandene  mit den Wundmalen, wie er am Ostermorgen Magdalena erscheint: Noli me tangere ist zu lesen. In seiner Linken der Spaten, hält Magdalena ihn doch für einen Gärtner. Sie kniet gegenüber zu seinen Füßen in blauem, rot gefütterten Mantel.

Unter diesem Doppelbild die Begegnung des Auferstandenen mit seiner Mutte Maria, eine ungewöhnliche Darstellung. In seiner linken trägt der in rotem Samt gekleidete Herr das Kreuz als Siegesfahne, daneben seine Mutter in blauem Mantel, die mit ausgestreckter Hand den Sohn berühren kann. 

Als Fundament der Kirche folgt als unterstes der Hl. Petrus als Patron der Scheidinger Kirche. Wie in der Börde üblich, steht er auf einer grünen Wiese mit Sträuchern und Blumen. Die typische Haartracht mit Lockenkranz, dazu ein grünes, mit Bordüren verziertes Manteltuch mit roter Fütterung, der Farbe der Apostel. Das geöffnete Buch in seiner Linken weist auf die Predigttätigkeit des Apostels.

Als Hüter der Himmelspforte trägt er in der Rechten den wuchtigen Schlüssel, gemäß der Binde-und Lösegewalt des heutigen Evangeliums. Du bist Petrus, auf diesen Felsen werde ich meine Kirche bauen.

Samstag, 27. 06., um 18 Uhr vor dem Bernhardhaus und Sonntag um 9.00 Uhr in Scheidingen können sie das Gewand sehen, sowie im Livestrem um 10.45 Uhr.

Dazu lädt Sie herzlich ein, Ihr Pastor André Aßheuer

© Pfarrei St. Maria Welver © Pfarrei St. Maria Welver