Termine/Konzerte

Orgeltriduum - Liebfrauenkirche Hamm

Eine „Messe am Hofe des Sonnenkönigs“ steht auf dem Programm des zweiten Konzertes im Orgeltriduum am Sonntag, den 26. Mai um 17 Uhr in der Liebfrauenkirche in Hamm.

Privat

Manchmal bedarf es musikalischer Jubiläen, um ein Repertoire wieder zu entdecken, dass sich eher am Rande des Konzertgeschehens aufhält: im letzten Jahr war es das 350. Geburtsjahr von François Couperin, in diesem Jahr ist es der 350. Geburtstag von Louis Marchand. Beide waren als Organisten und Cembalisten am Hof des Sonnenkönigs tätig und gelten als die wichtigsten französischen Orgelkomponisten dieser Epoche. Es ist als Glückfall zu bezeichnen, dass ein gesamter Zyklus von Orgelmusik, die in einer feierlichen Hofmesse gespielt wurde, heute komplett erhalten ist. Die Orgelmessen Couperins, der sogar als „der Große“ bezeichnet wird, zählen zu den besten Werken des französischen Barock. Kennzeichen dieser Musik ist nicht allein der Glanz der höfischen Prachtentfaltung, sondern auch eine schlichte, gesangliche und in sich gekehrte Poesie, bei der Orgelklang und die Kompositionsart eine Einheit eingehen und nicht voneinander zu trennen sind. Dazu benötigt man als Interpret ein Instrument, auf dem die charakteristischen Register vorhanden sind und diese festgeschriebenen Kombinationen realisierbar sind.

Die Goll-Orgel der Liebfrauenkirche mag für ihre große und romantische Klangfülle bekannt sein, den Kern der Disposition bildet aber eine Synthese aus klassisch-französischem Registern und mitteldeutschen Elementen, so dass hier eine ideale Basis für eine große Vielfalt zur Interpretation auch alter Musik gegeben ist. Diese zu nutzen, hat sich Dekanatskirchenmusiker Johannes Krutmann vorgenommen, der sich als Organist und Cembalist intensiv mit der Interpretation barocker Musik beschäftigt hat und das zweite Konzert im Orgeltriduum spielen wird. Abwechselnd mit den Orgelstücken erklingen gregorianische Choräle, wie es in damaliger Zeit typisch gewesen ist. Diese archaischen Elemente bilden einen ruhigen Gegenpol, der immer wieder die Bindung an die Liturgie deutlich werden lässt. Die Gregorianik wird gesungen von der Herrenschola des Knabenchores St. Marien Hagen unter der Leitung von Georg Hellebrandt. Der Eintritt ist frei.