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Kirchensteuerrat des Erzbistums Paderborn besucht Wallfahrtszentrum in Werl

Wallfahrt in Werl erleben

Kirchensteuerrat des Erzbistums Paderborn besucht Wallfahrtszentrum in Werl / Doppelte Premiere fr Paderborner Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz in Werl

Paderborn / Werl (pdp). Der Kirchensteuerrat des Erzbistums Paderborn besuchte bei seiner einmal jhrlich stattfindenden auswrtigen Sitzung am Samstag, 20. Mrz 2024, das Wallfahrtszentrum in Werl. Das Finanzgremium auf der Ebene der Erzdizese informierte sich vor Ort ber die Umsetzung von pastoralen Projekten und Baumanahmen, fr die es finanzielle Mittel bewilligt hatte. Die Frauen und Mnner des Kirchensteuerrates zeigten sich berzeugt von den vielfltigen, durch Kirchensteuermittel finanzierten Angeboten zugunsten der Wallfahrer, die sich zum in Werl verehrten Gnadenbild der „Trsterin der Betrbten“ auf den Weg machen. Der neue Paderborner Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz erlebte eine doppelte Premiere: Erstmals traf er die Mitglieder des Kirchensteuerrates und erstmals war er in Werl zu Gast, lernte das Wallfahrtszentrum mit dem Wallfahrtsteam kennen, das sich um die Wallfahrtsbasilika mit dem Gnadenbild gruppiert.

Ehe die Frauen und Mnner des Kirchensteuerrates das Werler Wallfahrtszentrum besichtigten, tagte das Finanzgremium des Erzbistums Paderborn unter der Leitung von Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz und Hans Robert Schrewe als stellvertretendem Leiter des Gremiums. In seiner Begrung betonte der neue Paderborner Erzbischof, dass jede finanzielle Entscheidung „eng“ verzahnt sein msse mit grundstzlich pastoralen Entscheidungen – „und umgekehrt“. „Jede finanzielle Entscheidung braucht eine pastorale Grundlage und jede pastorale Entscheidung braucht eine finanzielle Grundlage“, unterstrich Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz.

Nach einem Situationsbericht zur aktuellen Finanzlage wurde im Kirchensteuerrat des Erzbistums Paderborn das Modell „Zukunft der territorialen Seelsorge“ und dessen mgliche Auswirkungen durch den Leiter des Bereichs Pastorale Dienste im Erzbischflichen Generalvikariat, Thomas Klter, und Dizesan-konom Dirk Wummel vorgestellt und von den Mitgliedern diskutiert.

Wallfahrtszentrum und Pilgerkloster

Das Erzbistum Paderborn errichtete aus Kirchensteuermitteln in Werl ein Wallfahrtszentrum: Das ehemalige Franziskanerkloster, das an die Werler Wallfahrtsbasilika unmittelbar angrenzt, wurde vom Erzbistum erworben. Nach dem Weggang der Franziskaner im Jahr 2019 starteten umfangreiche Sanierungs- und Umbauarbeiten, Ende 2021 konnten diese abgeschlossen werden. Im ehemaligen Klostergebude ist nun ein Pilgersaal fr rund 160 Personen eingerichtet. Foyer und Eingangsbereich sind zum Gebude geffnet und barrierefrei umgestaltet. Fr Pilgerinnen und Pilger stehen bis zu 80 Schlafpltze bereit. Es entstanden 29 angegliederte Parkpltze – mit Ladestationen fr E-Autos und E-Bikes.

Finanziert durch Kirchensteuermittel

Die komplette Umbauflche des ehemaligen Franziskanerklosters liegt bei 3.600 qm Wohn- und Nutzflche. Davon sind fr die Marienwallfahrt Werl mit Verwaltung und Pilgerunterbringung 1.800 qm vorgesehen. Hinzu kommen zwei Wohnungen fr Geistliche. Geschaffen wurden zudem bernachtungsmglichkeiten fr zwei Obdachlose. Der Wohnraum fr den Konvent der Ursulinen umfasst 880 qm, das Dekanatsbro fr das Dekanat Hellweg umfasst 360 qm.

Das Werler Wallfahrtsteam steht fr vielfltige seelsorgliche und pastorale Angebote: Wallfahrtsleiter Monsignore Dr. Gerhard Best sowie die Wallfahrtsseelsorger Pastor Stephan Mockenhaupt, Ursula Altehenger und Markus Ende begleiten Wallfahrerinnen und Wallfahrer, laden zur Wallfahrt mit Fahrrad, Motorrad, Trecker und Oldtimer ein, aber auch zur Wallfahrt der Generationen, Kindertageseinrichtungen, Erstkommunionkinder. Im Klostergarten entstand ein „Trostweg“ mit mehreren, zwei Meter hohen Glasstelen, auf denen sich Worte aus den biblischen Psalmen und dem Emmaus-Evangelium finden. Ein neuer „Franziskusweg“ fhrt durch die Stadt Werl. Seine Stationen wurden von den Knstlern Otmar Alt und Bert Gerresheim gestaltet, sie beleuchten Themen des Sonnengesangs des heiligen Franziskus.

Insgesamt investierte das Erzbistum Paderborn zehn Millionen Euro in die Sanierung und Umgestaltung des ehemaligen Franziskanerklosters und damit in das neue Wallfahrtszentrum Werl. „Wir sind dem Erzbistum Paderborn und damit auch dem Kirchensteuerrat dankbar, dass hier ein Wallfahrtszentrum mit einem Pilgerkloster entstehen konnte, das fr zahlreiche Menschen, nicht nur Wallfahrende, ein wichtiger Pastoraler Ort ist mit verlsslicher Seelsorge“, betont Wallfahrtsleiter Monsignore Dr. Gerhard Best.

Wallfahrt Werl

Seit 1661 wallfahren und pilgern Menschen zur „Trsterin der Betrbten“ nach Werl, um ihre Sorgen und Nte, gleichzeitig ihren Dank und ihre Hoffnung vor das Gnadenbild zu bringen. Die „Trsterin der Betrbten“ ist damit seit 360 Jahren das Ziel von Prozessionen und Wallfahrten, wird das Gnadenbild der thronenden Madonna Jahr fr Jahr von tausenden Glubigen aufgesucht und verehrt.

1661 gelangte das Gnadenbild der Gottesmutter aus der Pfarrkirche St. Maria zur Wiese in Soest nach Werl. Hier gewann die volksfromme Verehrung der „Trsterin der Betrbten“ rasch an Bedeutung, geistlich angeleitet durch die in Werl ansssigen Kapuziner. Diesen war das Gnadenbild vom Landesherrn, dem Klner Kurfrsten Erzbischof Maximilian Heinrich von Bayern (1621-1688), anvertraut worden. Seit 1849 waren Franziskaner Seelsorger am Wallfahrtsort, die ihre Aufgabe im Jahr 2019 an das Erzbistum Paderborn weitergaben. Heute begrt ein Wallfahrtsteam aus Priestern sowie Gemeindereferentinnen und Gemeindereferenten die Wallfahrts-, Pilger- und Besuchergruppen.

Werl ist einer der bedeutendsten Marienwallfahrtsorte der Bundesrepublik Deutschland. Die Werler Madonna zhlt zu den schnsten Mariendarstellungen Europas. Unter Papst Pius X. wurde das Gnadenbild der „Trsterin der Betrbten“ 1911 gekrnt. Die Krone ist ein kostbares Schmuckstck, das die Madonna lediglich zu hohen Feiertagen trgt.

Traditionell wird jhrlich am 1. Mai die Wallfahrtszeit zum Werler Gnadenbild der „Trsterin der Betrbten“, das in der Wallfahrtsbasilika verehrt wird, erffnet. Bis zum Abschluss der Wallfahrtssaison am Hochfest Allerheiligen (1. November) kommen rund 100.000 Menschen als Pilger in den berhmten Marienwallfahrtsort des Erzbistums Paderborn. Im Jahr 2011, als das 350-jhrige Jubilum der Wallfahrt zum Gnadenbild der „Trsterin der Betrbten“ begangen wurde, waren rund 200.000 Wallfahrer in den bedeutenden Marienwallfahrtsort gekommen: Pilger aus dem ganzen Erzbistum Paderborn und darber hinaus hatten an zahlreichen Pilgermessen, Pilgerandachten und Lichterprozessionen im Jubilumsjahr teilgenommen.

170 Jahre lang betreute der Franziskanerorden die Wallfahrt in Werl. Sie wurden 2019 vom mittlerweile emeritierten Erzbischof Hans-Josef Becker aus dem Marienwallfahrtsort verabschiedet und zugleich wurde von ihm ein dizesanes Wallfahrtsteam eingefhrt, das die Seelsorge fr die Wallfahrer zum Gnadenbild der „Trsterin der Betrbten“ bernimmt.

Werler Gnadenbild: Trsterin der Betrbten

Das Werler Gnadenbild der „Trsterin der Betrbten“ ist kunstgeschichtlich von groem Wert und theologisch in ausdrucksstarker Symbolsprache gestaltet. Es befand sich ursprnglich in der Nachbarstadt Soest und kam erst am 2. November 1661 nach Werl. Es entstand um 1180 im Rheinland oder in Westfalen. Kunst- und frmmigkeitsgeschichtlich gehrt die Statue zur Gruppe der so genannten Ringpfostenmadonnen: Maria sitzt auf einem Thron und wird zugleich selbst zu einem solchen fr ihren Sohn Jesus, dem Erlser und Heiland der Welt. Christus ist das Zentrum des Gnadenbildes – nicht als Kind, sondern als Knig und Richter, die rechte Hand zum Segen erhoben, in der linken das Buch des Lebens. Dargestellt als Knigin und Mutter der Barmherzigkeit wendet Maria als „Trsterin der Betrbten“ und Frsprecherin allen, die zu ihr kommen, ihre barmherzigen Augen zu und zeigt ihnen Jesus, die gebenedeite Frucht ihres Leibes, als den endzeitlichen Herrn.

Kirchensteuerrat des Erzbistums Paderborn

Der Kirchensteuerrat ist ein Gremium fr die Wahrnehmung der Mitverantwortung im Erzbistum Paderborn. Dem Kirchensteuerrat gehren 19 gewhlte und berufene Mitglieder (17 Laien und zwei Priester) an. Vorsitzender des Kirchensteuerrates ist Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz. Der Paderborner Erzbischof nimmt wie die Generalvikare, der Dizesan-konomen und der Dizesan-Justiziar mit beratender Stimme an den Sitzungen teil.

Der Kirchensteuerrat ist fr den in Nordrhein-Westfalen gelegenen Teil des Erzbistums Paderborn zustndig. Fr die in Hessen und Niedersachsen gelegenen Gebietsteile des Erzbistums besteht jeweils ein eigener Kirchensteuerbeirat.

Aufgaben

Der Kirchensteuerrat des Erzbistums Paderborn hat laut seiner Satzung weitgehende Beschluss- und Entscheidungsfunktionen. Er legt den Kirchensteuer-Hebesatz fest, stellt Richtlinien fr die Verteilung der Kirchensteuer auf und entscheidet ber Erlass beziehungsweise die Stundung von Kirchensteuern. Weiterhin bert das Gremium ber den Haushalt der Erzdizese und legt diesen dem Erzbischof zur Inkraftsetzung vor. Das Finanzgremium beschliet die Jahresabschlsse der Erzdizese Paderborn und entscheidet ber die Entlastung der Verwaltung fr das abgelaufene Wirtschaftsjahr. Schlielich whlt der Kirchensteuerrat den Abschlussprfer aus und schlgt dem Erzbischof die nach den Statuten des Dizesanvermgensverwaltungsrates aus seinen Reihen zu entsendenden Mitglieder vor.

Wahl zum Kirchensteuerrat

Durch Vertreter aus den Kirchenvorstnden aller im nordrhein-westflischen Teil der Erzdizese Paderborn gelegenen Pfarrgemeinden werden vierzehn Laien gewhlt. Die Kirchenvorstnde knnen Kandidaten zur Wahl vorschlagen. In sieben Regional-Wahlbezirken werden jeweils zwei Mitgliedern gewhlt. Drei weitere Laien werden vom Paderborner Erzbischof in den Kirchensteuerrat berufen. Vom Priesterrat werden zudem zwei amtierende Pfarrer des in Nordrhein-Westfalen gelegenen Teils der Erzdizese Paderborn in den Kirchensteuerrat gewhlt. Die aktuelle Wahlperiode des Kirchensteuerrates endet am 31. Dezember 2024. Die Wahlen zur Neubesetzung des Kirchensteuerrates werden bereits vorbereitet.

Durch den Kirchensteuerrat des Erzbistums Paderborn wurden in den letzten vier Jahrzehnten ber die satzungsmigen Aufgaben hinaus viele Initiativen angestoen, wie zum Beispiel Manahmen zur Familienfrderung, die Einrichtung des Katastrophenfonds, Hilfen zum Schutz des ungeborenen Lebens, Arbeitslosen- und Sptaussiedler-Hilfsmanahmen, eine Anlauffrderung fr Hospize und Hilfen fr Kriegsopfer in Krisengebieten und fr Flchtlinge. Sonderfonds, Untersttzungsmanahmen zur Verwirklichung des Zukunftsbildes fr das Erzbistum Paderborn wurden initiiert und Mittel fr innovative Projekte freigegeben.

 

Pressestelle Erzbistum Paderborn